Julian Ausserhofer, Axel Kittenberger und Axel Maireder von der Universität Wien haben eine vermutlich nicht nur aus meiner Sicht mehr als spannende Twitter-Studie mit dem Titel "Twitterpolitik: Netzwerke und Themen der politischen Twittersphäre in Österreich" veröffentlicht.
Wie der Titel dieser Studie schon treffend bezeichnet, war es das Ziel der Autoren, die Konversationen der "österreichischen politischen Twittersphäre" zu untersuchen. Es sollte anhand einer Analyse der 374 aktivsten Politik-Twitterer aus Österreich sowie der Tweets, in welchen diese erwähnt wurden, Interaktionen modelliert, Themen herausgefiltert und zentrale Diskussionsnetzwerke dargestellt werden. Die Ergebnisse sollten auch mit den innenpolitischen Beiträgen in Tageszeitungen verglichen werden, welche im Studienzeitraum veröffentlicht wurden.
Informationsmanagement, Wissensmanagement, Web 2.0, Enterprise 2.0, Social Media, Semantic Web
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30. März 2012
20. März 2012
Die schleichende Zerstörung von Social Networks (1): Automatisierte Tweets
Fast alle wissen es ja inzwischen: Auf Social Networks und insbesondere auf der Microblogging-Plattform Twitter ist es beinahe unmöglich (und IMHO auch nicht sinnvoll - vgl. dazu meinen Blog-Beitrag "Lesen Sie nicht immer alle Tweets?"), jegliche Information aus dem Activity-Stream zu konsumieren, es sei denn man folgt nur einer Hand voll Nutzer. Durch user-generated content nimmt die Information am Web eben stetig zu - und das Informationsverhalten der Nutzer wird sich daran orientieren müssen.
Schon vor 15 Jahren wurde im Fach Informationswissenschaft an der Uni gelehrt, dass ein Mensch "online" zumindest über zwei unterschiedliche Aktionen an Informationen kommt, durch Browsing und durch Searching. Wenn der eigene Informationsbedarf genau definiert ist, setzt man eine Suche ab (Searching). Wenn der eigene Informationsbedarf nicht oder nur sehr unscharf vorhanden ist, navigiert man von Web-Seite zu Web-Seite (Browsing). Beim Browsing nimmt man daher auch eher in Kauf, dass nicht alle Inhalte interessant sind (und hier kommt dann auch die Serendipity ins Spiel).
Schon vor 15 Jahren wurde im Fach Informationswissenschaft an der Uni gelehrt, dass ein Mensch "online" zumindest über zwei unterschiedliche Aktionen an Informationen kommt, durch Browsing und durch Searching. Wenn der eigene Informationsbedarf genau definiert ist, setzt man eine Suche ab (Searching). Wenn der eigene Informationsbedarf nicht oder nur sehr unscharf vorhanden ist, navigiert man von Web-Seite zu Web-Seite (Browsing). Beim Browsing nimmt man daher auch eher in Kauf, dass nicht alle Inhalte interessant sind (und hier kommt dann auch die Serendipity ins Spiel).
27. Februar 2012
Die Social Media Aktivitäten österreichischer Banken
Motiviert durch Beiträge von Florian Semle und Dirk Elsner am PR Blogger, wie beispielsweise "Banken und Social Media: Das Social Media Dilemma“, den ich auch selbstverständlich kommentierte, machte ich mir kurz die Mühe, die Quantität der Social Media Aktivitäten österreichische Banken zu screenen.
Die nachfolgende Auflistung der österreichischen Banken sowie die Auflistung einfacher Social Media Kennzahlen hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Mir ging es vielmehr um einen kurzen Überblick für eine Diskussion. Ich habe mir auch nur Aktivitäten auf Facebook und Twitter angesehen.
Die faktischen Konversationen sowie die Art und Weise der geteilten Inhalte habe ich nicht analysiert. Dennoch wird anhand der gesammelten Zahlen auf einen Blick ersichtlich, dass die wenigsten österreichischen Banken Social Media bereits intensiv einsetzen (verglichen mit dem, was möglich wäre, d.h. ihren tatsächlichen Kundenzahlen / d.h. ihren potentiellen Fans).
Für mich völlig überraschend war beim Vergleich der österreichischen Banken, dass die Easybank, seit dem Jahr 1996 eine der ersten Direktbanken in Österreich, gar nicht auf Social Media setzt, obwohl gerade bei reinen Online-Banken definiv eine Affinität zum Web bestehen muss - und somit Social Media auf der Hand liegt.
Ich hab es auch in meinen Kommentar am PR-Blogger schon gesagt: Wenn ich ein Social Media Berater wäre, würde ich hier ansetzen.
Die nachfolgende Auflistung der österreichischen Banken sowie die Auflistung einfacher Social Media Kennzahlen hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Mir ging es vielmehr um einen kurzen Überblick für eine Diskussion. Ich habe mir auch nur Aktivitäten auf Facebook und Twitter angesehen.
Die faktischen Konversationen sowie die Art und Weise der geteilten Inhalte habe ich nicht analysiert. Dennoch wird anhand der gesammelten Zahlen auf einen Blick ersichtlich, dass die wenigsten österreichischen Banken Social Media bereits intensiv einsetzen (verglichen mit dem, was möglich wäre, d.h. ihren tatsächlichen Kundenzahlen / d.h. ihren potentiellen Fans).
| Österreichische Bank |
Facebook Engagement |
Twitter Engagement |
| Erste Bank und Sparkasse |
17.736 Fans, zur Page |
- |
| BAWAG PSK | 14.283 Fans, zur Page |
@BAWAGPSK (derzeit nicht genutzt) |
| Volksbank | 5.675 Fans, zur Page |
- |
| Uni Credit Bank Austria |
5.178 Fans, zur Page |
@Bank_Austria 214 follower 239 tweets 19 following |
| Raiffeisen | 4.604 Fans, zur Page |
@raiffeisen.at 1287 tweets 0 following 442 follower |
| Erste Bank Austria |
2.257 Fans, zur Page |
@ErsteGroupIR 257 follower 106 tweets 180 following |
| Steiermärkische Sparkasse |
1.691 Fans, zur Page |
- |
| Bank Austria Communtiy-Page |
483 Fans, zur Page |
- |
| Easybank | 225 Fans, zur Page |
- |
| Oberbank Community-Page |
204 Fans, zur Page |
- |
| Hypo Alpe Adria Bank Community Page |
162 Fans, zur Page |
- |
| Bank für Kärnten und Steiermark |
- | - |
| Bankhaus Krentschker & Co |
- |
- |
Für mich völlig überraschend war beim Vergleich der österreichischen Banken, dass die Easybank, seit dem Jahr 1996 eine der ersten Direktbanken in Österreich, gar nicht auf Social Media setzt, obwohl gerade bei reinen Online-Banken definiv eine Affinität zum Web bestehen muss - und somit Social Media auf der Hand liegt.
Ich hab es auch in meinen Kommentar am PR-Blogger schon gesagt: Wenn ich ein Social Media Berater wäre, würde ich hier ansetzen.
25. November 2011
Vortrag zu Digitalem Empfehlen über NFC
Zum Thema digitales Empfehlen von Objekten am Social Web habe ich am 15.11.2011 den Beitrag Social Media in der Zukunft - Digitales Empfehlen über NFC für den PR-Blogger geschrieben, auf den ich hier gerne verlinken möchte. Darin wird das Potenzial von Near Field Communication aufgezeigt und darsgestellt, wie Near Field Communication (NFC) dazu verwendet werden kann, digital gebrandete Produkte auf Facebook und Twitter zu empfehlen.
Gerade eben habe ich zu diesem Thema am Forum Medientechnik an der FH St. Pölten den Vortrag Interactive Things gehalten, auf den ich hier gerne verlinken möchte. Dieser Vortrag stellt das Projekt Interactive Things vor, das von Joanneum Research und evolaris next level gemeinsam durchgeführt worden ist. In diesem Projekt ist unter anderen eine Applikation für Android enstanden, welche die Schnittstellenfunktion vom mit einem NFC-Tag versehenen Gegenstand hin zu Plattformen wie Facebook und Twitter ausübt.
Hier die Zusammenfassung des Vortrags: Das digitale Empfehlen von Objekten wie Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen aller Art über Plattformen des SocialWeb wie Twitter, Facebook & co. ist heute gelebte Praxis bei den Nutzern. Doch bisher existiert keine Möglichkeit, diese Emp-fehlungen direkt über das Objekt aus der realen in die virtuelle Welt auszusprechen. Vielmehr müssen Fans vorher erst mühsameine Plattform in der virtuellen Welt aufrufen und dort eine entsprechende Aktion bei der digitalen Repräsentation des Objekts(z.B. die Facebook Seite) setzen. In Zukunft wird es möglich sein, dass Objekte direkt und ohne Umweg über eine Web-Seiteüber das Mobiltelefon mit dem Social Web vernetzt werden. Mit dem seit Anfang 2011 im deutschsprachigen Raum erhältlichen„Google Nexus S“ steht ein mit der dafür notwendigen Technologie Near Field Communication (NFC) ausgerüstetes Smartpho-ne mit Konnektivität zum Web für die breite Masse zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund wurde in dem von JOANNEUMRESEARCH und evolaris next level gemeinsam durchgeführten Projekt „Interactive Things“ ein Demonstrator für das Betriebs-system Android mit folgender Funktionsweise entwickelt: Bringt ein Nutzer sein mit der gleichnamigen Applikation „InteractiveThings“ versehenes Mobiltelefon in die Nähe eines mit einem NFC-Tag versehenen Objekts, können über die Applikation digi-tale Empfehlungen wie „Facebook: Check-in“, „Facebook: Gefällt-mir“ und „Twitter: Send Tweet“ durchgeführt werden. Sun-nyBAG, Hersteller einer innovativen Tasche, welche einen integrierten Akku mit Hilfe eingebauter Solarpanelen auflädt, machtsich die in diesem Projekt entwickelte Technologie schon heute zunutze
Gerade eben habe ich zu diesem Thema am Forum Medientechnik an der FH St. Pölten den Vortrag Interactive Things gehalten, auf den ich hier gerne verlinken möchte. Dieser Vortrag stellt das Projekt Interactive Things vor, das von Joanneum Research und evolaris next level gemeinsam durchgeführt worden ist. In diesem Projekt ist unter anderen eine Applikation für Android enstanden, welche die Schnittstellenfunktion vom mit einem NFC-Tag versehenen Gegenstand hin zu Plattformen wie Facebook und Twitter ausübt.
Hier die Zusammenfassung des Vortrags: Das digitale Empfehlen von Objekten wie Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen aller Art über Plattformen des SocialWeb wie Twitter, Facebook & co. ist heute gelebte Praxis bei den Nutzern. Doch bisher existiert keine Möglichkeit, diese Emp-fehlungen direkt über das Objekt aus der realen in die virtuelle Welt auszusprechen. Vielmehr müssen Fans vorher erst mühsameine Plattform in der virtuellen Welt aufrufen und dort eine entsprechende Aktion bei der digitalen Repräsentation des Objekts(z.B. die Facebook Seite) setzen. In Zukunft wird es möglich sein, dass Objekte direkt und ohne Umweg über eine Web-Seiteüber das Mobiltelefon mit dem Social Web vernetzt werden. Mit dem seit Anfang 2011 im deutschsprachigen Raum erhältlichen„Google Nexus S“ steht ein mit der dafür notwendigen Technologie Near Field Communication (NFC) ausgerüstetes Smartpho-ne mit Konnektivität zum Web für die breite Masse zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund wurde in dem von JOANNEUMRESEARCH und evolaris next level gemeinsam durchgeführten Projekt „Interactive Things“ ein Demonstrator für das Betriebs-system Android mit folgender Funktionsweise entwickelt: Bringt ein Nutzer sein mit der gleichnamigen Applikation „InteractiveThings“ versehenes Mobiltelefon in die Nähe eines mit einem NFC-Tag versehenen Objekts, können über die Applikation digi-tale Empfehlungen wie „Facebook: Check-in“, „Facebook: Gefällt-mir“ und „Twitter: Send Tweet“ durchgeführt werden. Sun-nyBAG, Hersteller einer innovativen Tasche, welche einen integrierten Akku mit Hilfe eingebauter Solarpanelen auflädt, machtsich die in diesem Projekt entwickelte Technologie schon heute zunutze
4. August 2011
Lesen Sie denn nicht immer alle Tweets? Zum Mehrwert von Twitter
Schon vor einigen Monaten habe ich zum Information Overload gebloggt. Und heute hatte ich wieder ein spannendes Telefonat mit Werner Schachner zum persönlichen Mehrwert von Twitter und damit verbunden zur Inkaufnahme von Information Overload - gleich zwei meiner Lieblingsthemen. Die im Telefonat ausgetauschten Gedanken muss ich einfach mit der Community teilen:
Ich behaupte, dass die Frage nach dem Mehrwert aus Twitter nur jeder für sich persönlich beantworten kann. Ein Mehrwert ergibt sich immer nur aus einer bestimmten Art der Nutzung, aus dem Twitter-Netzwerk sowie aus dem durch die Personen im Netzwerk verfassten Tweets. Doch vorher muss ein Nutzer erst die Möglichkeit finden, wie er Twitter für sich am besten nutzen kann. Manche brauchen dafür sehr lange und viele finden sie auch nie. Diese Eigenschaft von Social Media wird auch als Nutzungsoffenheit bezeichnet.
Jetzt möchte ich meinen Anwendungsfall sowie meinen persönlichen Mehrwert kurz beschreiben:
Heute 12:00: Innerhalb von zwei Stunden haben mehr als 1000 Tweets meinen Activity-Stream in Twitter aufgefüllt – ist das jetzt mein persönlicher Information Overload? Nein, keinesfalls, denn ich lese nicht jeden Tweet in meinem Activity Stream und will das auch gar nicht.
Die Mails in meiner Inbox lese ich zwar mehrmals täglich, von vorne bis hinten u.u. und nehme mir dafür auch die nötige Zeit. Doch Tweets sind keine Mails und mein Nutzungsverhalten bei Twitter ist ungleich meines Nutzungsverhaltens bei Email.
Für Twitter nehme ich mir beispielsweise vor dem Sprung zu einer neuen Aufgabe nur ein paar Minuten Zeit, browse dann rasch durch die von meinem Netzwerk veröffentlichten letzten 100 Tweets (also niemals durch alle) und finde dabei meistens 1-2 Informationshäppchen, die für mich interessant sind.
Heute zählt dazu beispielsweise die Studie von Accenture Research | Mobile Web Watch 2011, welche Ilona Buchem (@mediendidaktik) dankenswerterweise getwittert hat. Ilonas Tweet habe ich als wertvoll empfunden und ihn deshalb retweetet d.h. an meine Twitter-Follower weitergeleitet. Obwohl derzeit ein Großteil meiner Arbeitszeit mit Google-Suchen zum Thema Social Media & Co. besteht, kannte ich diese eine Studie noch nicht. Also ein wichtiger Fund für mich, zwei Minuten Aufwand für die "Suche" danach auf Twitter und aus dem "Fund" ein großer Mehrwert für meine Arbeit.
Warum funktioniert das so und kann das jeder? Nun, ich habe mein Twitter-Netzwerk so aufgebaut, dass ich bevorzugt Personen folge, welche in ähnlichen Bereichen arbeiten und sich mit ähnlichen Themen wie ich selbst beschäftigen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Personen Inhalte twittern, die auch für mich wertvoll sind. Häufig erscheinen besonders spannende Inhalte im Activity Stream mehr als einmal, da ihre Autoren von anderen Twittern gementioned bzw. ihre Tweets retweetet wurden.
Ich spare mir auf Twitter „Suchzeit“ im Vergleich zu einer Suche im Web, denn ich finde im Activity Stream Informationen, die ich über Google gar nicht gefunden hätte. Warum? Nun, bei einer Google-Suche brauche ich die richtigen Keywords - nur diese weiß ich oft vorher nicht (d.h. in anderen Worten, ich habe nicht aktiv nach der Accenture Studie gesucht und daher auch nie an accenture+studie+mobile als Keywords gedacht). Damit das funktioniert, müssen Netzwerk, Tweets und Nutzungsverhalten stimmen - doch das braucht seine Zeit.
Für dieses zufällige Auffinden relevanter Inhalte wird in der Social Media Community der Begriff Serendipity verwendet. Darin liegt für mich der persönliche Mehrwert von Twitter. Zusammengefasst:
Ich behaupte, dass die Frage nach dem Mehrwert aus Twitter nur jeder für sich persönlich beantworten kann. Ein Mehrwert ergibt sich immer nur aus einer bestimmten Art der Nutzung, aus dem Twitter-Netzwerk sowie aus dem durch die Personen im Netzwerk verfassten Tweets. Doch vorher muss ein Nutzer erst die Möglichkeit finden, wie er Twitter für sich am besten nutzen kann. Manche brauchen dafür sehr lange und viele finden sie auch nie. Diese Eigenschaft von Social Media wird auch als Nutzungsoffenheit bezeichnet.
Jetzt möchte ich meinen Anwendungsfall sowie meinen persönlichen Mehrwert kurz beschreiben:
Heute 12:00: Innerhalb von zwei Stunden haben mehr als 1000 Tweets meinen Activity-Stream in Twitter aufgefüllt – ist das jetzt mein persönlicher Information Overload? Nein, keinesfalls, denn ich lese nicht jeden Tweet in meinem Activity Stream und will das auch gar nicht.
Die Mails in meiner Inbox lese ich zwar mehrmals täglich, von vorne bis hinten u.u. und nehme mir dafür auch die nötige Zeit. Doch Tweets sind keine Mails und mein Nutzungsverhalten bei Twitter ist ungleich meines Nutzungsverhaltens bei Email.
Für Twitter nehme ich mir beispielsweise vor dem Sprung zu einer neuen Aufgabe nur ein paar Minuten Zeit, browse dann rasch durch die von meinem Netzwerk veröffentlichten letzten 100 Tweets (also niemals durch alle) und finde dabei meistens 1-2 Informationshäppchen, die für mich interessant sind.
Heute zählt dazu beispielsweise die Studie von Accenture Research | Mobile Web Watch 2011, welche Ilona Buchem (@mediendidaktik) dankenswerterweise getwittert hat. Ilonas Tweet habe ich als wertvoll empfunden und ihn deshalb retweetet d.h. an meine Twitter-Follower weitergeleitet. Obwohl derzeit ein Großteil meiner Arbeitszeit mit Google-Suchen zum Thema Social Media & Co. besteht, kannte ich diese eine Studie noch nicht. Also ein wichtiger Fund für mich, zwei Minuten Aufwand für die "Suche" danach auf Twitter und aus dem "Fund" ein großer Mehrwert für meine Arbeit.
Warum funktioniert das so und kann das jeder? Nun, ich habe mein Twitter-Netzwerk so aufgebaut, dass ich bevorzugt Personen folge, welche in ähnlichen Bereichen arbeiten und sich mit ähnlichen Themen wie ich selbst beschäftigen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Personen Inhalte twittern, die auch für mich wertvoll sind. Häufig erscheinen besonders spannende Inhalte im Activity Stream mehr als einmal, da ihre Autoren von anderen Twittern gementioned bzw. ihre Tweets retweetet wurden.
Ich spare mir auf Twitter „Suchzeit“ im Vergleich zu einer Suche im Web, denn ich finde im Activity Stream Informationen, die ich über Google gar nicht gefunden hätte. Warum? Nun, bei einer Google-Suche brauche ich die richtigen Keywords - nur diese weiß ich oft vorher nicht (d.h. in anderen Worten, ich habe nicht aktiv nach der Accenture Studie gesucht und daher auch nie an accenture+studie+mobile als Keywords gedacht). Damit das funktioniert, müssen Netzwerk, Tweets und Nutzungsverhalten stimmen - doch das braucht seine Zeit.
Für dieses zufällige Auffinden relevanter Inhalte wird in der Social Media Community der Begriff Serendipity verwendet. Darin liegt für mich der persönliche Mehrwert von Twitter. Zusammengefasst:
- Tweets =/= Mails => Nutzung von Twitter =/= Nutzung von Email
- Frage nach dem persönlichen Mehrwert von Twitter muss jeder selbst beantworten
- Den Mehrwert wahrnehmen braucht seine Zeit
- Serendipity ist für mich der größte Mehrwert
26. April 2011
Matthäus liebt Twitter - Links auf klassische Medieninhalte im Vormarsch
Der Netzökononom der FAZ – Holger Schmidt – hat unlängst in seinem Beitrag berichtet, dass „ein Drittel aller Twitter-Links in Deutschland auf klassische Medien verweist.“ „Twitter-Nutzer verweisen in einem hohen Maße auf Inhalte, die aus klassischen redaktionellen Medien stammen“ bestätigt der im Beitrag genannte Axel Maireder in seiner Twitter-Studie. Warum dies der Fall ist, wird im Beitrag nicht ausdrücklich erklärt. So „leiten Facebook und Twitter Leser auf Nachrichtenseiten weiter“ und die Medienindustrie freut sich darüber.
Nun sind wir in der Wissenschaft ja darum bemüht, tagtäglich Erklärungen für Phänomene zu finden, welche wir zuvor entdeckt haben. Gerne nutzen wir dafür bestehende Theorien und Modelle - bzw. entwickeln einfach neue, falls wir in der Literatur nicht fündig werden. So habe ich mich nun auf die Suche nach einem Erklärungsversuch gemacht, warum ein Drittel aller Twitter-Links auf klassische Medien verweist.
Der Ausgangspunkt für meinen Geistesblitz war jedoch eine spontane Erinnerung an eine Vorlesung an der Universität Graz (lange ist es inzwischen her) von Professor Wolf Rauch. Professor Rauch hat in der VO Informationswissenschaft von einem interessantem Theorem – dem Matthäus Effekt gesprochen. Umgangssprachlich sagt dieser Effekt, „wer hat, dem wird gegeben“. In der Wissenschaft ist er dieser Effekt auch im Rahmen der Zitationsanalyse relevant.
Der Matthäus Effekt ist generell mehr als brauchbar, weil er sehr viele Phänomene erklären kann. So kommt man mit diesem Effekt und dem Pareto Prinzip (80:20 Regel, Power Law, ..) bei der Erklärung von Phänomenen ganz gut durchs Leben.
Der Matthäus Effekt ist generell mehr als brauchbar, weil er sehr viele Phänomene erklären kann. So kommt man mit diesem Effekt und dem Pareto Prinzip (80:20 Regel, Power Law, ..) bei der Erklärung von Phänomenen ganz gut durchs Leben.
Doch nun zurück zur Erklärung des Twitter-Phänomens:
- Klassische Medien wie beispielsweise die FAZ zeichnen sich dadurch aus, dass sie über viele Leser verfügen – und meist auch über weit mehr Leser und weit mehr Reichweite, als der typische, fleißige, private Twitterianer oder Blogger.
- Ein etabliertes klassisches Medium kennen demnach auch per se weit mehr Menschen, als den Twitterianer oder Blogger. Eine über ein klassisches Medium (erst)verbreitete Information hat demnach auch eine größere Chance, dass sie ein beliebiger Twitterianer aufgreift und weiterleitet, als es eine Information eines anderen (unbekannten) Twitterianers hat.
- Damit ist es nur verständlich und auch nachvollziehbar, dass in der Informationsverbreitung und Informationsweiterleitung über Twitter ein großer Teil der Informationen (der nicht echte Konversation ist) auch aus den klassischen Medien stammt, die ja einen großten Teil der Inhalte produzieren und über Twitter weiter verbreitet wird.
- Und Matthäus würde heute vielleicht sagen: Denn, wer (im Web) bekannt ist, wird noch bekannter. Und wer (im Web) viel Reichweite hat, dem wird noch mehr Reichweite gegeben. Und wer (im Web) viel Geld verdient, der wird noch reicher.
In diesem Zusammenhang erinnere ich mich auch an einen Beitrag, den ich einmal in meinem Blog geschrieben habe und in dem es darum geht, „wann man jemand im Web ist“. Ergänzend sei an dieser Stelle auch auf diesen alten Beitrag zu Online vs. Offline Reputation hingewiesen. In diesem Sinne freue ich mich über viele Tweets und Mentions zu eben diesem Beitrag ;-)
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