30. April 2012

Shitstorm auf der FB-Seite von Neckermann.de?

Am Freitag wurde bei Neckermann in Deutschland bekannt gegeben, dass im Zuge von Restrukturierungsmaßnahmen des Unternehmens Massenentlassungen vorgenommen werden. So berichtet etwa der Standard (analog zu vielen deutschen Medien wie z.B. Zeit Online), dass rund die Hälfte der 2500 Mitarbeiter am Hauptstandort in Frankfurt am Main entlassen werden müssen.

Sowohl in Deutschland, als auch im Graz, fanden noch am Freitag umfassende Mitarbeiterveranstaltungen statt, in welchen allen Mitarbeitern das weitere Vorgehen erläutert wurde. Soweit zu dieser äußerst unglücklichen Situation für alle Neckermann-Arbeitnehmer. Doch wie reagiert das Social Web darauf? Dort muss es nach dieser Meldung doch ziemlich Kritik hageln?

Nun, ein Hauptargument gegen die Einrichtung von Facebook-Seiten besteht für Unternehmen und vor allem aus Sicht der Managements immer in der Angst vor ungerechtfertigter Kritik, vor einem unkontrollierbarten Shit-Storm (zu Deutsch: eine Welle der Empörung) - und natürlich auch vor gerechter Kritik zu niemals perfekten Produkten und zum Service auf den eigenen Seiten. Was wäre nun "perfekter" für einen Shit-Storm, geeignet, als dieses unglückliche Ereignis mit all seinen seinen Konsequenzen?

So wollte ich dieses traurige Ereignis der geplanten Massenentlassungen nutzen und sichten, was auf den Facebook-Fanseiten von Neckermann.de (~22.000 Fans) und Neckermann.at (~3.000 Fans)  darüber diskutiert und gesprochen wird - denn dort muss es doch gewaltig rauchen. Doch das Ergebnis ist sogar für mich völlig überraschend:
  • Auf der FB-Seite der deutschen Konzernmutter finden sich zwar einzelne Einträge, doch der erwartete Shit-Storm ist deutlich ausgeblieben. Da habe ich in der Vergangenheit schon mehr Empörung zu viel geringeren Übeln gesehen!
Ein Teil der vorhanden Kritik auf der dt. FB-Seite befasst sich mit der Art, wie die Entlassungsmaßnahme kommuniziert wurde. Denn die Mitarbeiter haben von ihrem Schicksal zuerst aus den Online-Medien erfahren, bevor es ihnen in Betriebsversammlungen durch das Management mitgeteilt und erklärt wurde.

Der restliche Teil der Kritik befasst sich mit der Änderung im Geschäftsmodell von Neckermann.de - und der damit verbundenen Reduktion des klassischen Versandhandels sowie der Neuausrichtung zu eCommerce - und den pros./cons. aus Sicht der Mitarbeiter.

Nichtsdestotrotz hätte die Empörung im Social Web nach Ansicht von 2.0-Kritikern weitaus größer ausfallen müssen - und sogar nach Ansicht von mir!

Ob nun Kommentare und Meinungen in großer Zahl von den Social Media Managern zensiert und gelöscht wurden kann ich nicht mit Sicherheit sagen (ich vermute jedoch nein). Aus der Durchsicht des FB-Activity Streams ist mir bewusst geworden, dass auf Kritik von Seiten der Social Media Manager bei Neckermann durchaus konstrutiv eingeangen und diese nicht ignoriert wird.


Quelle: Facebook-Seite von Neckermann.de http://www.facebook.com/neckermann

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