23. Februar 2012

Meine Social Media Lessons Learned

Seit dem Jahr 2002, als ich bei Datev als Berater für Informationstechnologie, Dokumenten- und Wissensmanagement begonnen habe, widme ich mich nun schon der Unterstützung von innerbetrieblicher Kommunikation, Informationsverteilung und dem Informationsmanagement. Infolgedessen kam ich zu Web 2.0 und auch zu Social Media - und untersuchte in zahlreichen Fallstudien, welche ich auch in meinem Fachbuch veröffentlicht habe, deren Nutzen für das Wissensmanagement. Seit einigen Jahren schon befasse ich mich dem Phänomen 2.0 in seiner Gesamtheit. Dazu gehört auch, dass ich viele 2.0-Aspekte selbst anwende - und mich dabei sicher von vielen Gleichgesinnten unterscheide, die als Experten nur darüber reden ;-)

Seit einigen Jahren betreibe ich unter www.alexanderstocker.at auch einen themenspezifischen Google-Blogger-Weblog zum Zwecke der Projekterfahrungs- und Wissenschaftskommunikation – sprich zur Weitergabe meines Wissens aus Informationsmanagement & co. Auf meinem Blog verlinke ich meine eigenen Publikationen, Vorträge und Beiträge zu Web 2.0 und Unternehmen mit (so hoffe ich) einem Mindestgrad an inhaltlicher Tiefe. Ich strebe so gut es geht nach Regelmäßigkeit versuche zwei bis drei Blog-Beiträge im Monat zu schreiben. Für die Findung einer Idee und das Schreiben eines solchen Beitrags inklusive Korrektur brauche ich je nach Lust und Laune zwischen zwei und drei Stunden.

In den letzten beiden Jahren habe ich mich mehr oder weniger intensiv mit Social Media zum Zwecke der Bewerbung meines Weblogs inklusive der Bewerbung meiner Person beschäftigt - ich trenne das eine nicht mehr vom anderen. Ich reserviere mir für diesen Zweck rund täglich 10-15 Minuten für Social Media.

Doch nun ist erstmalig Zeit für eine selbstkritische Betrachtung. Für das "Social Media Marketing" meines Weblogs habe ich unterschiedliche Plattformen eingesetzt:
  • Xing: Seit 01/2005 besitze ich meinen Xing-Account, seit rund 3 Jahren sogar einen Premiumaccount. Derzeit freue ich mich über rund 600 Kontakte und insgesamt rund 11.000 Profilaufrufe. Ich füge (fast) nur Pesonen hinzu, welche ich wirklich kenne. Ich spamme weder über Xing-Gruppen, noch über Xing-Gruppenbeiträge oder über Xing-Nachrichten. Ich nenne mich auch keinen "Power-Networker", der in 6 Monaten 15.000 Kontakte aufbaut, denn "Netzwerken hat mit Tun und nicht mit Kontaktmassen zu tun "(danke an Werner Schachner für diesen Hinweis!). Manchmal erstelle ich einen Gruppenbeitrag mit einem Verweis auf eines meiner Dokumente am Blog, jedoch sehr selten. Meistens erstelle ich bei einem neuen Blog-Beitrag eine Statusmeldung mit Link auf meinen Blog-Beitrag in Xing.
  • Auch auf Linkedin habe ich schon recht lange Zeit mein Profil, bin dort aber sehr selten aktiv und meist nur reaktionär. Auch dort habe ich (fast) nur Personen hinzugefügt, die ich wirklich kenne. Derzeit habe ich auf LinkedIn 163 Connections. Ich bin auch auf LinkedIn kein Spammer - und bin auch nicht in LinkedIn-Gruppen aktiv. Ich habe LinkedIn mit meinem Twitter Account verknüpft.
  • Ich habe ebenfalls schon lange Zeit mein Facebook-Profil, welches ich aber hauptsächlich privat sehr aktiv nutze. Auch hier spamme ich weder über direkte Masseneinladungen von Kontakten (ich füge also nicht wahllos Menschen hinzu, um etwas - also mich - zu bewerben), noch über wahllose FB-Nachrichten. Manchmal schreibe ich einen Beitrag mit Bezug zu meinem Blog in mein privates Profil, aber das sehr selten.
  • Um mich & meinen Blog auf Facebook zu vermarkten, betreibe ich eine Facebook-Seite. Diese hat derzeit 142 Fans und ist mit meinem Blog verlinkt, d.h. bei jedem neuen Blog-Eintrag wird automatisch ein Facebook-Eintrag auf der Seite gestellt. Außerdem nutze ich für meinen Blog ein Facebook-Widget. Seit einiger Zeit schreibe ich auch direkt Beiträge in die FB-Seite, aber leider noch viel zu selten.
  • Weiters betreibe ich einen Twitter-Account, um mich & meinen Blog zu vermarkten. Derzeit habe ich rund 1700 Follower & ich folge selbst rund 1200 Personen. Jeder neue Blog-Eintrag wird auch auf Twitter vorgestellt – und das meist 3-4 Mal mit unterschiedlichen Formulierungen. Typischerweise greife ich zahlreich zu Retweets, wenn anderen Personen über meine Blog-Inhalte schreiben. Weiters schreibe ich eine Menge allgemeine Tweets zu Social Media & co. ohne unmittelbaren Bezug zum Blog und erwähne dabei sehr zahlreich natürlich auch die Beiträge meiner geschätzten Follower. Überhaupt nutzte ich Twitter sehr intensiv.
  • Seit einigen Monaten besitze ich einen Account auf Google+, den ich nur beruflich nutze. Derzeit bin ich in den Kreisen von 193 Personen und 131 Personen sind in meinen Kreisen. Jeder neue Blog-Eintrag wird manuell in meinem Google+ Activity-Stream verlinkt. Ich mache aber generell noch sehr wenig mit Google+. Ich bin auch kein Google+ Spammer und Highscore-Fanatiker, der wahllos Kontakte in seine Kreise zieht.
  • Auf meinem Profil bei Scribd habe ich bisher 64 meiner Publikationen hochgeladen, um diese mit anderen zu teilen. Dort habe ich bisher rund 33.000 reads und 60 followers. Ich selbst folge 148 Personen. Ich mache dort nichts, außer meine Publikationen verfügbar zu machen und ab und zu jemandem zu folgen.
  • Auf meinem Profil bei Slideshare habe ich die Foliensätzte von 25 Vorträgen verfügbar gemacht. Dort folge ich 209 Personen und 72 Personen folgen mir. Meine Foliensätze haben zusammen rund 30.000 views. Ich mache dort nichts, außer meine Foliensätze verfügbar zu machen und ab und zu jemandem zu folgen.
  • Daneben habe ich noch Profile auf Mendeley, wo meine Publikationen verfügbar sind (243 readers, 122 downloads), sowie auf Research Gate, das ich aber nur sehr sporadisch nutze. Beide Plattformen nutze ich außerdem nur sehr passiv zur Teilung von Inhalten. Die Social-Funktionen ignoriere ich.
  • Daneben schreibe ich ab und zu einen Beitrag für den PR-Blogger.
  • Ich kommentiere ebenfalls die Blog-Beiträge anderer, das leider viel zu selten.
  • Alle meine Blog-Einträge können sehr einfach auf Facebook, Twitter und Google+ verbreitet werden.
  • Ich betreibe dualen Reputationsaufbau - offline und online. 
Zum Messen des Online-Traffics auf meinem Blog verwende ich Google Analytics. In einem guten Monat hat mein Blog bei Google Analytics rund 800 Besuche sowie rund 2/3 eindeutige Besucher. Die Seiten werden in einem guten Monat laut Google Analytics rund 1600 mal aufgerufen. Rund 60% sind neue Besucher und rund 40% sind wiederkehrende Besucher.  In einem guten Monat hat mein Blog laut der Statistik von Google Blogger rund 10.000 Seitenaufrufe. Derzeit hat mein Blog einen Google Pagerank 4/10.

Das sind erstmal die Fakten - doch nun meine Reflexion, an der ich wahrscheinlich stundenlang schreiben könnte:
  • Grundsätzlich bin ich nicht der Ansicht, dass Zahlen und Zugriffsstatistiken und die Feststellung irgendwelcher Visits von irgendwo das einzige und ultimative Mittel in der Erfolgsmessung sind - und darüber habe ich auch schon öfter gebloggt. Und dennoch basiert ein Großteil meiner Fakten hier auch nur aus Zahlen. 100 Zugriffe von den (für meine Ziele/Zwecke) richtigen Personen sind mir lieber als 1.000.000 Zugriffe von den falschen. Das macht dann für mich auch den Erfolg aus.
  • Der Anteil von Zugriffen auf meinen Blog über Social Media beträgt derzeit durchschnittlich rund 40%. Das ist für mich grundsätzlich in Ordnung, obwohl mir der direkte Vergleich mit anderen wiss. Bloggern fehlt. Ich habe auch viele direkte Zugriffe, da mein Blog in vielen (Offline-)Medien erwähnt wird und die Url auch in der einen oder anderen Publikation angeführt wurde.
  • Ich bin mit den Zugriffszahlen auf meine Publikationen bei ScribD (~500 reads pro Publikation) und Slideshare (~ 1000 views pro Slide) sehr  zufrieden. Die meisten Publikationen haben einen sehr engen Fokus und sind auch eher wissenschaftlich gehalten und daher für die Masse nicht interessant. 
  • Viele Publikationen und auch meine Blog-Beiträge enthalten nicht unmittelbar auf einen Blick umsetzbare Punkte. Sie sind also nicht von der Kategorie "die ultimativen 10,5 Tipps und Tricks für XX-Community-Aufbau". Das ist aber auch so von mir gewollt, denn sie sollen die Leser eher zum Nachdenken und Reflektieren anstatt zum Unmittelbaren Tun & Kopieren der Inhalte in Aktionen anregen.
  • Ich erhalte generell wenige direkte Reaktionen in Social Media. Auch in meinem Blog erhalte ich wenige direkte Reaktionen als Kommentare. Genau, dafür habe ich vermutlich zu wenige Leser (- oder vielmehr nicht die richtigen Leser) ;-)
  • Ich bin keine Marke (ich war auch vor meiner Zeit als Blogger keine) und meine Reputation in der wiss. Community ist nicht sehr hoch, da ich auch kein Professor bin und auch keine wiss. Internet-Bekanntheit wie Don Tapscott oder Andrew McAfee. Über den Zusammenhang zwischen Online- und Offine-Reputation habe ich ebenfalls schon ausführlich gebloggt. 
  • Mir ist auch bewusst, dass der Aufbau einer großen Community rund um meine Inhalte (und meine Person) schwierig bis (fast) unmöglich ist. Da ich das weiß, bin ich mit den durch Social Media generierten Aktivitäten sehr zufrieden. Ich weiß auch über den Matthäus-Effekt Bescheid - denn wo schon viel da ist, da macht auch Kleinvieh noch viel Mist.
  • Ich weiß, dass ich über eine höhere Anzahl an klassischen Networking- & Social Media-Aktivitäten die Anzahl der Zugriffe auf meine Blog-Inhalte erhöhen und dort die Interaktivitöä steigern kann. Leider habe ich derzeit diese Ressourcen nicht, will sie nicht einsetzen - und vermutlich bin ich auch nicht besonders effektiv im klassischen Social Networking.
  • Mir ist aufgefallen, dass viele meiner gleichgesinnten Forscher meine Blog- und Twitter-Inhalte nicht (mehr) kommentieren, erwähnen und weiterleiten, obwohl ich das bei ihren Inhalten überwiegend oft mache. Ich habe daraus gelernt, dass diesen vlt. das Prinzip der Social Reputation am Web nicht bekannt zu sein scheint - oder sie haben schlicht & einfach keinen Zeit für Social Networking, bzw. die Qualität meiner Inhalte passt für sie nicht (mehr
  • Es ist mir bisher nicht gelungen, mit Gleichgesinnten eine gegenseitige Kommentierungs- und Weiterleitungskette zu bilden, um Online-Traffic in der Community zu kanalisieren und Online-Reputation "vorzutäuschen".
  • Aufgrund meines Blogs und der darin vorgestellten Publikationen wurde ich zu zahlreichen Aktivitäten, Vorträgen, Seminaren & co. eingeladen. Daher haben diese Aktivitäten für mich einen unmittelbaren ROI generiert. Es ist mir ein großer Nutzen durch den Blog entstanden - und ich bin dadurch sehr einfach am Web zu finden.
  • Ich habe das Gefühl, dass der Nutzen aus meinem Blog steigt, je länger ich diesen Blog betreibe. Ich kenne dieses Ergebnis auch aus den zahlreichen Fallstudien zur Nutzung von Social Media in Unternehmen, welche ich erhoben habe. Und ich erlebe es auch bei mir selbst.
  • Mit dem Blog habe ich mir zusätzlich zu den Projekten, welche ich im Rahmen meiner Forschungstätigkeiten bei JRS durchführe, ein breites und umfassende Wissen über Online-Medien, deren Nutzung und Erfolgsmessung aufgebaut. 
  • Das Betreiben meines Blogs hat viel dazu beigetragen, die Zusammenhänge von Web und Business besser zu verstehen.

--
Über Social Media Erfahrungen anderer Blogger

Als Reaktion hat Sean Kollack in seinem Conception-Blog mit Was bringt mir Social Media einen vergleichbaren Beitrag erstellt. Sean und ich würden uns freuen, wenn weitere Blogger dieser Einladung folgen. Darüber hinaus betreibt er einen sehr erfolgreichen Reime Blog, sowie den Twick.it-Blog.





17 Kommentare:

  1. Ein sehr ehrlicher, gelungener Beitrag. Grüße nach Österreich.

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    1. Hi Alexander,
      habe deine Einladung angenommen und meine Social Media Lessons verbloggt: http://conception-blog.com/was-bringt-mir-social-media/2012/

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    2. Super. Ich werde mich gleich auf Deinen Beitrag stürzen! LG, Alexander

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  3. Toll, dass du deine persönlichen Ansichten darüber teilst, ich habe diesen Artikel wirklich sehr interessant gefunden!

    Interessant wären (zumindest für mich ;-)) noch die folgenden Fragestellungen:
    * Sind deine Kontakte zum größten Teil dieselben in den unterschiedlichen sozialen Netzwerken, wo du präsent bist?
    * Wie schaut eigentlich dein Redaktionsplan bzgl. den Bloginhalten aus? (Woher erhältst du die Ideen über die Themen?)
    * Schreibst du die Blogartikel in deiner beruflichen Arbeitszeit oder wendest du dafür deine private Zeit auf?

    Danke und liebe Grüße,
    Julia

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  4. Hallo Julia,
    danke für Deinen Kommentar.

    * Es gibt eine relativ große gemeinsame Schnittmenge an Kontakten, welche ich in allen Netzwerken habe.
    * Ich habe keinen konkreten Redaktionsplan. Allerdings versuche ich regelmäßig zu bloggen. An Inhalten mangelt es mir nicht. Diese resultieren zum Teil aus eigenen Projekten und zum anderen Teil aus Gesprächen mit Kollegen und Partnern.
    * In der Wissenschaft ist die Vermarktung von Forschungsergebnissen ein wichtiger Bestandteil der Forschungsarbeit - da es nur zu neuen Projekten kommen kann. Ich würde sagen, dass ich für Blog-Aktivitäten 50:50 auf berufliche und private Zeiten aufwende.

    LG
    Alexander

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  5. Hallo Alexander,
    ich bin beeindruckt, wie viel Energie du investierst. Die Frage ist, wie lange hält man das durch? Ich bin bis auf Mendeley und Script auch auf allen Plattformen, die du genannt hast, aktiv, aber nur gelegentlich und wie ich Spaß hab. Trotzdem habe ich mit meinem Blog viel mehr Traffic. 2011 hatte ich laut Google Analytics 165.000 Unique Visitors, die sich über 430.000 Seiten angesehen habe. Wie kommt das? Durch einzigartigen Content und Suchmaschinenoptimierung. Ich blogge nur über ein Thema - Reime. Für mich zeigt das einmal mehr, wie wichtig eine klare Nische ist.
    Alle Blog-Artikel noch mal bei Facebook, Google+ Xing und Twitter zu verlinken, ist für mich eher eine lästige Pflicht, derich auch nur unregelmäßig nachkomme.

    Dir weiterhin viel Erfolg.
    PS: bin heute zum 1. Mal in deinem Blog gelandet - über den Twitter-Link. Was länge währt, wird endlich gut!

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  6. Hallo Reimix, vielen Dank für Deinen Beitrag!

    Es geht mir mit dem Blog weniger um "Durchhalten", sondern um den Transfer meines Wissens zu Digitalen Medien & co an die Community.

    Ich freue mich, dass Du mit Reimen, Sprüchen & Co. ein Nischenthema bedienst, dass aus meiner Sicht jedermann/frau interessiert und dadurch viel Traffic auf Deinem Blog generiert, weil die User-Community dafür sehr hoch ist.

    Einen solche Schub gibt es bei meinem sehr eng gefassten Nischenthema (Web-2.0-Forschung) leider nicht, denn die User-Community dazu nich sonderlich groß. Darum muss ich für meine Leser auch weit mehr "kämpfen" - und setzte dazu verstärkt Social Media ein.

    Es ist mir nicht wichtig, eine hohe Anzahl an visits zu erhalten, sondern viel wichtiger, die richtigen Personen als visitors auf meine Seiten zu locken. Das sind in meinem Fall beispielsweise die Veranstalter von Konferenzen zum Thema, die mich so immer wieder zu Vorträgen einladen (zB Human Ressource Kongress 2012, Lehrgang Social Media Pro, Wissensmanagement Tage Krems 2012, ...)

    Um mehr visits zu erhalten, könnte natürlich alternativ auch über ganz andere Inhalte bloggen und damit mein Content-Produkt ändern ;-)

    In meinen nächsten Blog-Beitrag werde ich versuchen, noch mehr auf das Thema einzugehen, habe da schon den roten Faden im Kopf...

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    1. Hallo Alexander,
      werde in nächster Zeit einen Blog-Beitrag nach diesem Vorbild verfassen. dabei habe ich genau über das nachgedacht, was du geantwortet hast. Wenn die Überschrift lautet "Was bringt mir Social Media?" sind die Ziele und Erfolgsfaktoren je nach Blog unterschiedlich. Für meinen Reime-Blog ist es möglichst hohe Sichtbarkeit in Suchmaschinen, für den Blog meines Arbeitsgebers der Kompetenznachweis für den Blog meiner Social Media Plattform Twick.it war es die Kommunikation mit den aktiven Nutzern.
      Pauschale Antworten gibt es nicht. Trotzdem finde ich die Frage sehr interessant, wie welche Social Media Kanäle genutzt werden.

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  7. Obwohl ich Ihr Blog regelmäßig lese kommentiere ich heute zum ersten Mal. Es mag daran liegen, dass ich als Lernende lese und daher eine (selbst errichtete) Hürde besteht, in die Kommunikation mit dem Profi einzusteigen.

    Weshalb ich heute die Hürde überspringe? Weil ich nicht glaube, dass die fehlende Resonanz im Social Web den Schluss zulässt, es läge an der "mangelnden Reputation".
    Interessanterweise hat sich heute auch Gabi Reinmann in ihrem Blog http://gabi-reinmann.de/?p=3103 Gedanken über die Kommentarkultur im Web gemacht. Ich denke, sie verfügt als Professorin und wissenschaftliche Autorin über eine sehr hohe Reputation aber auch sie beschreibt den mangelnden bzw. nicht stattfindenden Diskurs. Das Problem scheint mir deshalb an anderer Stelle zu liegen.

    Sie erwähnen selbst die fehlende Zeit, sich mehr mit Social Networking zu beschäftigen. Wenn man als Leser mehr als Grußformeln beitragen will, vermute ich teilweise ein ähnliches Problem. Ich denke schon, dass Sie mit Ihrem Blog Resonanz erzeugen, die Schwingungen kommen lediglich nicht in Form von Kommentaren an. Würde man mich aber nach einem Experten für Wissenskommunikation/Enterprise 2.0 fragen, wäre Alexander Stocker sicher einer der ersten Namen der mir einfiele.

    Herzliche Grüße aus Nürnberg
    Cornelie

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  8. Hallo Frau Picht,
    vielen Dank für Ihren ersten Kommentar!

    Danke auch für den Hinweis auf den Eintrag von Frau Reinmann. Soweit ich weiß, wird ihr Blog für einen wiss. Blog auch sehr intensiv gelesen und sie bloggt auch schon sehr lange.

    Ich glaube dennoch an den Zusammenhang zwischen Reputation und Echo im Social Web: Denken Sie doch an die beiden Extrema Dion Hinchcliffe und Andrew Mc Afee. Beide Personen haben eine hohe Reputation im Bereich Web-2.0-Technologien und die Inhalte von beiden Personen verbreiten sich viral. Sie werden immer wieder von anderen aufgegriffen und weitergeleitet.

    Grundsätzlich denke ich, dass das Web ein ideales System ist, welches es gestattet, systematisch Reputation vom Schreibtisch aus aufzubauen. Ich denke an dieser Stelle beispielsweise an Blogger, die sich immer wieder regelmäßig gegenseitig in Beiträgen verlinken kommentieren - und damit alle gemeinsam wachsen.

    Diese Praxis zeigte sich vor allen in den Anfangszeiten des Bloggens, wo Soziale Netzwerke wie Facebook & co. so noch nicht existierten. Danach ist die Kommentarkultur langsam in diese Netzwerke abgewichen.

    Die Spirale Bloggen, gegenseitiges Verlinken, Neue Leser anziehen ... führt früher oder später auch zu besseren Rankings in Google. Damit machen sie diese Personen für den Leser erstmals "größer", als sie vielleicht tatsächlich sind (ein guter Bekannter spricht dazu immer von einer Personenblase). Doch gerade für einen Web-Neuling, der die Anzahl der Kommentare als das ultimative Mittel an Expertise und Reichweite ansieht, sind diese Personen meist auch gleich interessant.

    Mir ist längst aufgefallen, dass Sie zu den regelmäßigen LeserInnen meiner Twitter-Beiträge gehören und diese auch immer wieder gerne einmal retweeten - dafür an dieser Stelle Dank. Es freut mich, dass meine Inhalte für Sie nützlich sind.

    Herzlich Grüße aus Graz,
    Alexander Stocker

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  9. Ein sehr spannender Artikel. Zwei Dinge würden mich noch interessieren:
    Wertest du bei Google auch die Keywords/Suchanfragen aus, mit denen dein Blog gefunden wurde, oder nur die Zugriffszahlen?
    Kommen über die verschiedenen Plattformen auch Kundenanfragen zustande und gibt es da ggf. Schwerpunkte?

    Danke nochmal für den wirklich lesenswerten Artikel. Ist auch schon getwittert.

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  10. Hallo Jürgen,
    vielen Dank für Deinen Kommentar.

    - Ich werte die Keywords aus.
    Die meisten Besucher suchen direkt nach meinem Namen oder Kurzformen zu meinem Namen. Einige suchen nach thematischen Begriffen wie Web 2.0, Erfolgsmessung, internet der dinge, e20success, ...

    - Mein Weblog hat für mich nicht das Ziel, darüber Kundenanfragen zu erhalten (es steht auch nirgends - kontaktieren Sie mich für Projekte, etc.). Er dient mir eher zur Gewinnung von Sichtbarkeit. Dennoch erhalte ich zahlreiche Anfragen zu Vorträgen, Seminaren, etc. weil die Anfragenden durch die Inhalte auf meinem Blog sehen, dass ich schon ähnliche Vorträge, Seminare, Lehrveranstaltungen in der Vergangenheit gemacht habe (und sie können sich dazu auch die Folien anschauen).

    LG
    Alexander

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  11. Danke für die Info. Dass dein Blog nicht zur Kundengewinnung gedacht ist, hatte ich schon vermutet. Ich meinte auch mehr die anderen Plattformen wie Facebook oder Xing.

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  12. Anfragen zu Projekten/Angeboten erhalte ich kaum direkt - meistens gehe ich auf Unternehmen zu (wodurch Kontakte dann schon mal über Social Media Plattformen geknüpft wurden). Mir ist auch viel wichtiger, dass die Unternehmen wissen, was ich eigentlich mache.

    Meine Hauptaufgabe besteht bei JRS in der Akquise und Durchführung von Forschungsprojekten im Bereich von Web und Web-Technologien. Forschungsprojekte funktionieren aber etwas anders, als normale Kundenprojekte, denn bei Forschungsprojekten erhalten die Unternehmens-Teilnehmer für eine Teilnahme am Projekt je nach Forschungsprogramm einen mehr oder weniger großen Teil ihrer Personalkosten ersetzt.

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  13. Wenn ich das richtig verstanden haben, bringst du also quasi Geld mit, wenn zu deinen Kunden (=Forschungsteilnehmern) gehst. Das ist dann ja schon eine andere Herangehensweise, als bei "normaler" Kundenakquise, wo man Geld vom Kunden haben will. ;-)

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  14. Ganz so einfach ist es nicht ;-)
    Der Projektantrag in dem das Forschungsprojekt beschrieben wird, wird von internationalen Experten begutachtet und muss von einem Gremium als förderwürdig bewertet werden.

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