08. Februar 2010

Intraorganisationaler Wissenstransfer über Wikis und Weblogs

Eine explorative Mehrfachfallstudie als Beitrag zu einem besseren Verständnis von Corporate Web 2.0

Kurzfassung:

Mit dem Begriff Web 2.0 wird eine Evolution bezeichnet, welche das Web seit einigen Jahren durchläuft. Kernelement dieses positiven Wandels ist die stetig zunehmende Bedeutung der durch Nutzer freiwillig und selbstorganisiert geteilten Inhalte. Am Web transformieren Nutzer von passiven Informationskonsumenten zu äußerst aktiven Informationsproduzenten. Dieser Effekt hat zur Herausbildung sozialer Web-Plattformen wie Wikipedia, Youtube, Facebook oder MySpace beigetragen, welche ihre Geschäftslogik auf nutzergenerierten Inhalten aufbauen. Angespornt durch den Erfolg solcher
Web-2.0-Anwendungen in der Informationsteilung wollen auch Unternehmen das Web 2.0 für sich nutzbar machen. In ihrer Idealvorstellung von Corporate Web 2.0 schwebt ihnen vor, Strukturen und Muster des Web 2.0 in die Unternehmenslandschaft zu integrieren. Doch müssen Entscheider im Corporate Web 2.0 das entstehende Spannungsfeld zwischen Selbstund Fremdorganisation, also Freiwilligkeit contra Hierarchie beherrschbar machen, um die Potentiale von Web 2.0 im Unternehmen vollständig auszuschöpfen.

Diese Dissertation erforscht einen differenzierten Anwendungsbereich von Corporate Web 2.0, den intraorganisationalen Wissenstransfer über die beiden speziellen Web 2.0 Anwendungen Wiki und Weblog. Als sozio-technische Systeme weisen Wiki und Weblog besondere Charakteristika auf, welche das Verstehen und das Abschätzen ihrer Wirkung im betrieblichen Umfeld erheblich erschweren. Im Gegensatz dazu finden verantwortliche Wissensmanager wenig akademische qualitätsgesicherte Literatur vor, in welcher die beim Einsatz von Wiki und Weblog im Unternehmen beobachteten Phänomene systematisch empirisch untersucht werden. Als Antwort auf diese Knappheit verfolgt der Dissertant im Rahmen einer explorativen Mehrfachfallstudie die zentrale Forschungsfrage, ob und wie Unternehmen ihre Mitarbeiter dazu bringen, Wissen über Wiki und Weblog zu teilen. Die anwendungsnahe Dissertation legt den Untersuchungsfokus einerseits auf die für intraorganisationalen Wissenstransfer verantwortlichen Experten für Wiki und Weblog, berücksichtigt aber auch die Perspektive der Mitarbeiter als Nutzer dieser aus Sicht der Wirtschaftsinformatik neuen computergestützten Informationssysteme.

Durch die systematische Untersuchung des intraorganisationalen Wissenstransfers mit Wikis und Weblogs leistet diese Dissertation als explorative Forschungsarbeit einen Beitrag zu einem besseren Verständnis von Corporate Web 2.0 in Theorie und Praxis. Die Untersuchung weist darauf hin, dass der Einsatz von Wiki und Weblog in Unternehmen sowohl auf individueller Ebene der Mitarbeitenden, als auch auf einer übergeordneten Team- und Organisationsebene Nutzen stiftend wirkt. Trotzdem erscheinen die Vorteile aus Wiki und Weblog durch die Experten derzeit noch überbewertet. Die aus der Untersuchung vorgenommene systematische Ableitung allgemeiner Erkenntnisse zu Corporate Web 2.0 aus dem konkreten Nutzen von Wiki und Weblog im Unternehmen bildet gemeinsam mit der systematisierten Beantwortung der forschungsleitenden Fragen den wesentlichen Beitrag dieser Dissertation. Eine Schematisierung der Einzelfälle erleichtert die Vergleichbarkeit der Ergebnisse und liefert durch die in der Mehrfachfallstudie integrierte Replikationslogik
robustere Aussagen zu den beobachteten Phänomenen.

18. Dezember 2009

Der Nutzen von internen Wikis

Im Folgenden wird der Vortrag zur "KMIS 2009" - International Conference on Knowledge Management and Information Sharing- Beitrag "Exploring the Value of Enterprise Wikis: A Multiple-Case Study (Alexander Stocker und Klaus Tochtermann" via Slideshare präsentiert.
Für diesen Konferenzbeitrag erhielt ich den "Best Student Paper Award".

Abstract:
We present the results of our explorative multiple-case study investigating concept, implementation and utilization of internal wikis in three Austrian enterprises. We collected all data during structured interviews with internal knowledge management experts responsible for the wiki implementation and from online surveys of non-executives employees being users. Our contribution was highly motivated from the continuing discussion on Corporate Web 2.0 and Enterprise 2.0 and unfortunately, the lack of wellgrounded empirical studies by contrast. We feel that challenges and benefits of Web 2.0 technologies and applications for the enterprise are just starting to be systematically explored.


09. Dezember 2009

Can Intra-Organizational Wikis Facilitate Knowledge Transfer and Learning? An Explorative Case-Study

Can Intra-Organizational Wikis Facilitate Knowledge Transfer and Learning? An Explorative Case-Study

Alexander Stocker, Gisela Granitzer, Klaus Tochtermann

Abstract: We describe concept and implementation of a wiki-based application facilitating knowledge transfer and learning within the enterprise. Building on two interviews with managerial experts responsible for the roll-out and an online survey of 59 non-executive employees targeted by this new solution, we present the results of our evaluation. Our contribution was highly motivated from the continuing discussion on the potential and pitfalls of Web 2.0 technologies and applications underlying technology enhanced learning and the lack of empirical studies in contrast.

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Stocker, Alexander; Granitzer, Gisela; Tochtermann, Klaus: Can Intra-Organizational Wikis Facilitate Knowledge Transfer and Learning? An Explorative Case-Study, in: Proceedings of eLBa – eLearning Baltics, Rostock, Germany, 2009.

07. Dezember 2009

Leichtgewichtiges Bloggen im Umfeld von Unternehmen: Microblogs und Tumblelogs

E-Commerce-Magazin: Blogging Light für Job-Nomaden
Alexander Stocker, Johannes Müller, Klaus Tochtermann

Web 2.0 ist in aller Munde und glänzt durch Benutzbarkeit und Nutzerbeteiligung - täglich etablieren sich innovative Anwendungen. Abseits der klassischen Weblogs steht bereits eine völlig neue Generation in den Startlöchern: Microblogs und Tumblelogs. Der folgende Beitrag diskutiert praxisnah Möglichkeiten und Grenzen dieser beiden zukunftsweisenden leichtgewichtigen Anwendungen insbesondere vor dem Hintergrund eines Einsatzes in Unternehmen, welche die Herausforderungen einer modernen Informationsverteilung nachhaltig zu bewältigen haben. Das vor kurzem eingeführte Microblog der weltweit präsenten Siemens-Division Building Technologies vermittelt als Fallstudie Ausgangssituation, Zielsetzung und Erwartungen an einen unternehmensinternen Einsatz.


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Zitat: Stocker, Alexander; Müller, Johannes; Tochtermann, Klaus:Blogging Light für Job-Nomaden (Microblogging), in: ecommerce MAGAZIN, 2009.

01. Dezember 2009

Wissenstransfer mit Weblogs in KMU: Eine explorative Einzelfallstudie

Alexander Stocker, Klaus Tochtermann, Nikolaus Krasser

Abstract: Weblogs stellen textbasierte Inhalte in umgekehrt chronologischer Reihenfolge dar und erlauben zusätzlich Feedback in Form von Kommentaren. Einfachheit und Autonomie im Betrieb tragen vermutlich zusammen mit ihrer speziellen Eigenart, implizites Wissen zu externalisieren, zur steigenden Verbreitung bei. Als sozio-technische Systeme besitzen Weblogs Charakteristika, die das Verstehen und die Abschätzung ihrer Wirkung im betrieblichen Umfeld erschweren. Die Autoren untersuchen in diesem Beitrag, wie Wissenstransfer mit Hilfe eines Sets an internen Mitarbeiter-Weblogs in KMUs unterstützt werden kann. Der Beitrag dieser Arbeit zum State-of-the-Art der Weblog-Forschung liegt insbesondere in der Bezugsetzung der empirischen Ergebnisse aus der explorativen Fallstudie mit der Theorie zu Wissenstransfer.

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Stocker, Alexander; Tochtermann, Klaus; Krasser, Nikolaus: Wissenstransfer mit Weblogs in KMU: Eine explorative Einzelfallstudie, in: Proceedings of the 5th Conference of Professional Knowledge Management, Solothurn, Schweiz, 2009.

26. November 2009

Geschäftsfälle im Web 2.0 systematisch strukturieren

Im Folgenden wird der Vortrag zum "GENEME 2009" - Gemeinschaften in Neuen Medien - Beitrag "CWeb 2.0 Profile Map: Ein Schema zur Beschreibung und Kategorisierung von Business Cases im Corporate Web 2.0" über Slideshare präsentiert.



Damit werden vergleichbare Anwendungen des Web 2.0 besser erkannt und Erfahrungen aus einzelnen Anwendungsfällen können über Organisationsgrenzen hinweg effektiver transferiert werden.

24. November 2009

The Linked Data Value Chain: A Lightweight Model for Business Engineers

bstract: Linked Data is as essential for the Semantic Web as hypertext has been for the Web. For this reason, the W3C community project Linking Open Data has been facilitating the transformation of publicly available, open data into Linked Data since 2007. As of 2009, the vast majority of Linked Data is still generated by esearch communities and institutions. For a successful corporate uptake, we deem it important to have a strong conceptual groundwork, providing the foundation for the development of business cases revolving around the adoption of Linked Data. We therefore present the Linked Data Value Chain, a model that conceptualizes the current Linked Data sphere. The Linked Data Value Chain helps to identify and categorize potential pitfalls which have to be considered by business engineers. We demonstrate this process within a concrete case study involving the BBC.




Linked Data Value Chain

Latif, Aatif; Hoefler, Patrick; Stocker, Alexander; Us Saeed Anwar; Wagner, Claudia: The Linked Data Value Chain: A Lightweight Model for Business Engineers, in: Proceedings of I-SEMANTICS 2009 – International Conference on Semantic Systems, Graz, 2009.

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19. November 2009

Das Future Internet: Die nächste Generation des Internet steht bereits in den Startlöchern

Laut einer Untersuchung der US-amerikanischen Internet-Marktforschungsfirma comScore hatte das Internet in 2008 unglaubliche eine Milliarde User. Facebook, eines der wohl größten und populärsten sozialen Netzwerke im Web, hat die Zahl seiner MitgliederInnen in nur acht Monaten verdoppelt und wird heute von über 200 Millionen Menschen zum sozialen Austausch genutzt. Solche Zahlen machen deutlich, welche enorme Bedeutung der Forschung im Umfeld des Internet der Zukunft beigemessen wird, um neue Infrastrukturen, Technologien, Dienste und Verfahren zu entwickeln, welche Trends wie diesen beherrschbar machen. Die Infrastruktur des heutigen Internet ist nämlich bereits rund 30 Jahre alt und der heutigen Dynamik und Komplexität nicht mehr ausreichend gewachsen.

Unter dem gemeinsamen Deckmantel "Future Internet" haben sich deshalb unterschiedliche nationale und internationale Initiativen zum Ziel gesetzt, das Internet der Zukunft aktiv zu gestalten. Demnach wird das Future Internet vor allem durch die Aspekte Menschen, Inhalte, Dinge und Services und deren zunehmende Konvergenz gekennzeichnet sein.

Zum Artikel auf Contentmanager

Stocker, A., Griesser, A., Tochtermann, K.: Das Future Internet: Die nächste Generation des Internet steht bereits in den Startlöchern, in: Contentmanager, 2009.

16. November 2009

Neue Geschäftsmodelle im Semantic Web und die Wertschöpfungskette der Daten

Alexander Stocker und Klaus Tochtermann (DOK Magazin)

Themen, welche das Internet der Zukunft maßgeblich prägen werden, finden sich in letzter Zeit unter dem Begriff Future Internet vereint. Im Internet der Zukunft soll das Semantic Web als das "Web der Daten" langfristig dazu beitragen, Daten am Web besser zu vernetzen. Dann werden auch für die Anwender erhebliche Vorteile generiert, weil sich viele Vorgänge im Web automatisieren lassen. Für Unternehmen wird sich ein großer Markt entwickeln, um innovative Services im Web bereitzustellen, mit ganz neuen Wertschöpfungsketten.

Zitat: Stocker, Alexander und Tochtermann, Klaus: Neue Geschäftsmodelle im Semantic Web und die Wertschöpfungskette der Daten, DOK Magazin, 2009.

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29. September 2009

Zum Wert von Wikis in Unternehmen

Mein Beitrag für den WissensWert Blog Carnival Nr. 7

Im Rahmen meiner Aktivitäten am Know-Center habe ich eine Reihe von Fallstudien zu Wikis und Weblogs in Unternehmen durchgeführt. In meinem Konferenzeitrag für die KMIS Konferenz mit dem Titel "Exploring the Value of Enterprise Wikis" stelle ich drei Fallstudien vor.

Aus der Wissensmanagement Perspektive besitzen Wikis nämlich ein riesiges Potenzial, den Wissenstransfer zwischen den Mitarbeitenden in Unternehmen zu verbessern. Trotzdem befinden sich viele Unternehmen noch in einer Experimentierphase. Oft lässt sich in der Analyse noch gar kein richtiger Business-Case erkennen. Vielfach werden technische Aspekte überbewertet.

In meinem Beitrag wird daher insbesondere auf die besonders spannenden Aspekte Motivation, Nutzung, Nutzen für Individuum und Organisation sowie Erfolgsfaktoren eingegangen. Außerdem wird die Ausgangssituation, welche zur Einführung eines Wikis führte, ausführlich beleuchtet.

Von den teilnehmenden Unternehmen wurden beispielsweise folgende Erfolgsfaktoren bei Wiki Projekten genannt:
  • Erstbestückung vor Roll-out: Mit genügend Artikeln im Wiki starten
  • Roll-out auf einer breiten Mitarbeiterbasis durchführen
  • Überzeugte Nutzer gewinnen, welche ihrerseits andere motivieren
  • Optimistisches und frustrationsresistentes Wiki-Team
  • Akzeptanz des Managements einholen, Management für Werbung gewinnen
  • Intensives internes Marketing
Ein zentrales Ergebnis war auch, dass die Technologie bei Wiki Einführung das geringste Problem darstellt. Die geeignete Einbettung des Wikis in den Geschäftskontext stellt Unternehmen meist vor größere Herausforderungen.

Viel Spaß beim Lesen des Konferenzbeitrags!

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