04. Jänner 2011

Zur Erfolgsmessung im Enterprise 2.0 – Start der Diskussion

Das Thema Erfolgsmessung und Enterprise 2.0 begeistert mich schon seit längerer Zeit. Motiviert wurde ich durch zahlreiche Gespräche mit meinem ehemaligen Kollegen Werner Schachner, der sich unter anderem auf Erfolgsmessung spezialisiert hat sowie durch einen Blog-Beitrag auf Besser20. Nun ist mein eigener Diskussionsbeitrag entstanden und ich freue mich schon auf zahlreiches Feedback und viele Verbesserungsvorschläge.

Ein weiter Weg bis zur Erfolgsmessung…

Immer mehr Unternehmen setzten auf Social Software wie Wikis, Weblogs, Social Networking Services und Microblogging auch hinter der Firewall. Dort teilen begeisterungsfähige Mitarbeiter ihre Inhalte mit Kollegen und es entsteht eine Transparenz über Informationen und Aktivitäten. Im Idealfall können sich Mitarbeiter so viel besser vernetzen und der Informationsfluss im Unternehmen wird beschleunigt.

Doch wie erfolgreich sind die eingesetzten Dienste eigentlich und woran erkennt man, dass diese erfolgreich sind? Um das herauszufinden, können auf drei unterschiedlichen Ebenen Maßnahmen ergriffen werden.

I. Die einfache quantitative Analyse der Dienste

Über in die Dienste integrierte Statistik-Module bzw. über spezielle Datenbankabfragen soll herausgefunden werden, wie intensiv diese Werkzeuge genutzt werden. Hier gilt die Philosophie, dass intensive aktive Nutzung der Dienste mit mehr Erfolg korreliert.

Klassische Kennzahlen zur Erfolgsmessung sind beispielsweise Anzahl der unterschiedlichen Nutzer, Anzahl von Beiträgen, Anzahl von Kommentaren, Anzahl von Revisionen, Anzahl neuer Kontakte, Anzahl von Folgebeziehungen, etc.

Oft wird auch noch die Gesamtanzahl der Mitarbeiter herangezogen, um die eben beschriebenen Kennzahlen zu relativieren. Dann wird beispielsweise die Anzahl der Nutzer im Verhältnis zur gesamten Belegschaft, die Anzahl von Beiträgen pro Mitarbeiter, etc. gemessen.

Solche rein quantitative Analyse leiden leider darunter, dass sie kaum etwas über den tatsächlich entstehenden Nutzen aussagen bzw. ob dieser tatsächlich entsteht. Was bedeutet es denn genau für das Unternehmen, wenn 30% aller Mitarbeiter einen Beitrag pro Woche in ihren Blogs erstellen. Nur in Kombination mit qualitativen Analysen kann hier Licht ins Dunkel gebracht werden.

Solche rein quantitative Analysen können den Nutzen durch neue Dienste über- aber auch unterbewerten: Beispielsweise kann auch in einem Unternehmen mit 10.000+ Mitarbeitern schon ein Mehwert entstehen, wenn nur ein einziger Mitarbeiter und zwar der CEO regelmäßig intern bloggt, denn schließlich entsteht ein Nutzen auch beim Lesen von Beiträgen (ich vermute, dass der CEO-Blog viele Leser hat) und nicht nur beim Erstellen. Eine rein quantitative Erfolgsmessung würde hier ggf. Gegenteiliges vermuten lassen.

Existiert nun ein bestimmtes Verhältnis von Beitragenden zu Lesern und zu Gesamtmitarbeitern, damit ein Nutzen entsteht? Da ich diese Frage ohne weitere Analyse nicht beantworten kann, möchte ich eine Ebene tiefer in der Erfolgsmessung gehen.

II. Die einfache qualitative Befragung der Mitarbeiter

Durch Enterprise 2.0 sollen nicht nur die gesamte Organisation, sondern auch oder besser vielmehr die Mitarbeiter irgendwie profitieren (die Organisation tut es vermutlich genau dann, wenn es auch die Mitarbeiter tun). Hier gilt die Philosophie, dass Erfolg mit der subjektiven Einschätzung der Mitarbeiter dazu korrelliert.

Es empfiehlt sich daher, stets die Mitarbeiter (Nutzer) zu befragen, beispielsweise ob sie aus den neuen Diensten bereits einen bestimmten Nutzen wahrgenommen haben. Zudem können auch die Verantwortlichen (Manager) gefragt werden, ob sie bereits einen Nutzen für das Unternehmen bzw. für die Mitarbeiter erkennen. Dabei kann man jedoch davon ausgehen, dass der ehrliche Manager - wenn projektverantwortlich - fast immer einen Nutzen für seine Mitarbeiter aus den Diensten erkennt ;-)

Doch welche Fragen sollen Evaluatoren nun konkret an die Mitarbeiter stellen, um den Erfolg von Enterprise 2.0 zu messen und welche Aspekte der neuen Dienste sind hierbei zu untersuchen?

Eine Unterstützung für die Beantwortung dieser Fragen kann das in der Wissenschaft äußerst beliebte Modell von DeLone und McLean zur Messung des Erfolgs von Informationssystemen darstellen. Die neuen Dienste sind ja gewissermaßen mit klassischen Informationssystemen vergleichbar und es empfiehlt sich, einen Blick in die sehr etablierte Forschung zu Informationssystemen zu werfen.

So können mit Hilfe des Modells von DeLone und McLean Fragen zu den Aspekten  Informationsqualität (zB Relevanz, Personalisierung, Vollständigkeit, …) , Systemqualität (zB Verfügbarkeit, Verlässlichkeit, Benutzerfreundlichkeit, …) , Servicequalität (zB Antwortzeit, Kompetenz, Erreichbarkeit, ..) zur Nutzung (zB Art der Nutzung, Anzahl der Aufrufe, Anzahl der Beiträge, ..) zur Nutzerzufriedenheit (zB Anzahl wiederholter Aufrufe, Zufriedenheit mit dem System, …) und zum Nutzen (zB Zeitersparnis, verminderte Suchkosten, …) gestellt werden. Genau hier hilft das Modell nämlich sehr.

Das Modell will jedoch vielmehr die empirischen Zusammenhänge zwischen diesen Aspekten prüfen (System-, Informations- und Servicequalität wirken sich positiv auf die Nutzungsintention und Nutzung aus; Nutzung wirkt positiv auf Nutzerzufriedenheit; Nutzerzufriedenheit wirkt positiv auf Nutzungsintention; Nutzung wirkt auf wahrgenommenen Nutzen; Nutzen wirkt auf Nutzerzufriedenheit und Nutzungsintention) und bietet per se kaum konkrete Beispiele für Fragen, welche in diesem Zusammenhang bei der Erfolgsmessung durch einen Evaluator gestellt werden sollten.

Dennoch können die einzelnen Aspekte des Modells genutzt werden, um diese Fragen zu konstruieren bzw. geeignete Indikatoren zu finden. Beispiele für solche Indikatoren finden sich beispielsweise in der Arbeit von Reisberger und Smolnik „Modell zur Erfolgsmessung von Social Software Systemen“.

Das Modell von DeLone und McLean ist sehr generisch gehalten, es zielt auf die Untersuchung eines empirischen Zusammenhangs von bestimmten Faktoren beim Einsatz von Informationssystemen ab. Unglücklicherweise bietet es auch keine Möglichkeit und keinen Hinweis, um den Nutzen von Enterprise 2.0 für einen bestimmten Unternehmensbereich (z.B.: Forschung und Entwicklung, Marketing und Vertrieb, Service und Support, …) zu messen. Wir kennen diese Bereiche ja alle aus der Betriebswirtschaft. Wollen wir hier einen Effekt auf diese Bereiche messen, müssen wir erneut eine Ebene tiefer gehen.

III. Die Nutzung von Unternehmensmodellen zur Indikatorenbestimmung

Um beispielsweise herauszufinden, welchen Effekt die neuen Dienste im Enterprise 2.0 auf bestimmte Unternehmensbereiche ausüben, empfiehlt es sich, auf weitere Modelle zurückzugreifen, welche eine ganzheitliche Sicht auf Unternehmen (und nicht nur auf Informationssysteme) ermöglichen. Damit verlassen wir erstmals die Perspektive der Informationssysteme.Hier gilt die Philosophie, dass Erfolg immer aus der ganzheitlichen Unternehmensperspektive gemessen werden muss.

Jetzt greife ich sehr gerne auf das Wissen meines ehemaligen und sehr geschätzten Kollegen Werner Schachner zurück, welcher sich schon seit langer Zeit mit der Erfolgsmessung beschäftigt.
Zwei Modelle, welche aus der Sicht von Werner Schachner (und auch aus meiner Sicht) hier unterstützend wirken, sind die „Wertschöpfungskette von Porter“ und das „EFQM Modell für Business Excellence“.

Im Idealfall überlegen sich Enterprise 2.0 Verantwortliche schon vor der Einführung von Diensten, auf welche Aktivitäten der Wertschöpfungskette von Porter (Eingangslogistik; Produktion, Ausgangslogistik; Marketing & Vertrieb; Kundenservice; Beschaffung; Technologieentwicklung; Personalwirtschaft; Unternehmensinfrastruktur, alle) bzw. auf welche Kriterien im EFQM Modell (Führung; Strategie; Mitarbeiter; Partnerschaften und Ressourcen; Prozesse, Produkte und Dienstleistungen; mitarbeiterbezogene Ergebnisse; kundenbezogene Ergebnisse; gesellschaftsbezogene Ergebnisse, Schlüsselergebnisse, alle)
sich die neuen Dienste positiv auswirken sollen.

Das macht das Messen des Erfolges einfacher, denn es fällt den Verantwortlichen leichter, die richtigen Indikatoren (ergibt sich aus den Aktivitäten / Kriterien) zu bestimmten, um die richtigen Fragen an die Nutzer zu stellen (oder die dahinterliegenden Durchlaufzeiten von Prozessen zu analysieren) um zu messen, ob sich durch Enterprise 2.0 ein signifikanter Vorteil für das Unternehmen bzw. einzelne Bereiche ergibt.

Mehr zu diesem Analyseschritt, den Indikatoren und den Fragen, folgt dann in einem meiner nächsten Blog-Beiträge. Zuerst muss ich den Inhalt einmal selbst verdauen ;-)

Kommentare:

  1. Die Messung der strategischen Vorteile (Wissensverteilung, Reaktionsgeschwindigkeit, Flexibilität etc.) wäre verm. der ganzheitlichste Ansatz, etwa über Bewertung von Intangibles oder Goodwill.

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  2. Hallo Herr Kutschi,
    danke für Ihren Kommentar, ich werde ihn in die weitere Forschung zum Thema Erfolgsmessung miteinbeziehen.
    Viele Grüße,
    Alexander Stocker

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  3. Ich erlaube mir einen etwas längeren Kommentar zu posten. Es wäre zu klären, ob es bei der Erfolgsmessung um den Erfolg des Unternehmens, den Erfolg der elektronischen Infrastruktur oder um den Zusammenhang der beiden Erfolge geht. Ich werde mich primär zum Erfolg des Unternehmens äussern.

    Persönliche konstruiere ich das Unternehmen 2.0 als Wissensunternehmen. Als solches setzt es sich aus Wissen und Emotionen zusammen (vgl. www.wissensunternehmen.ch). Der Erfolg eines Wissensunternehmens hängt davon ab, wie gut es einem Unternehmen gelingt, Wissen und Emotionen gemäss den Bedürfnissen der Anspruchsgruppen zu suchen, zu verarbeiten und zu inszenieren.

    Dieser Erfolg lässt sich nicht eindimensional messen. Vielmehr setzt die Erfolgsmessung der Unternehmung 2.0 an den subjektiven Wahrnehmungen der unterschiedlichen Anspruchsgruppen an. Je nachdem, ob das Management die Outside-In oder die Inside-Out-Perspektive einnimmt, stehen der Nutzen oder das Human (und Emotions-)kapital im Vordergrund. Dabei sollte zwischen der Bedeutung und der Erfüllung einzelner Aspekte unterschieden werden.

    Die Perspektive des Humankapitals soll kurz vertieft werden. Ich unterscheide zwischen einer Bestandes-, einer Interaktions-, und einer Wirkungsperspektive des Humankapitals. Eine Bilanz (2.0) der Unternehmung 2.0 würde also gemäss den subjektiven Urteilen der Mitarbeitenden ausweisen, wie diese den Bestand, die Interaktion und die Wirkung ihres individuellen Humankapitals beurteilen.

    Dieselben Kategorien lassen sich nutzen, um die elektronische Infrastruktur einer Organisation zu beurteilen. Auch hier sollte einerseits das subjektive Empfinden der Mitarbeitenden in die Bilanzierung integriert werden, anderseits könnte ebenfalls zwischen einer Bestandes- einer Interaktions- und einer Wirkungsperspektive unterschieden werden.

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  4. Hallo Herr Cachelin,
    vielen Dank für Ihren konstruktiven Kommentar und die neue Perspektive.

    Aus meiner Sicht geht es letztendlich um den Zusammenhang zwischen einer erfolgreichen elektronischen Infrastruktur und dem Erfolg des Unternehmens.

    Daher ist es wesentlich zu messen,
    - wodurch sich eine elektronische erfolgreiche Infrastruktur (Web 2.0 Anwendungen) auszeichnet und
    - wodurch sich ein erfolgreiches Unternehmen (das "gemessene") auszeichnet.

    Abschließend sind diese beiden Bereiche Infrastruktur und Unternehmenserfolg miteinander zu verknüpfen, was sicherlich die herausforderndste Aufgabe für einen Evaluator darstellt.

    Die Erfolgsmetriken werden sich vermutlich nicht einfach generalisieren lassen.

    Viele Grüße,
    Alexander Stocker

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  5. Hallo Herr Stocker,

    Danke für den Link zu meinem Beitrag bei Besser20! Mir persönlich ist beim Erfolgsmessen die pragmatische Sichtweise (dazu würde ich Punkt 1 und eingeschränkt Punkt 2 hinzuzählen) sehr sympatisch. Der für mich mächtigste Indikator des Erfolgs ist, wenn Mitarbeiter eine Anwendung mittel- und langfristig aktiv nutzen. Jeder einzelne Wissensarbeiter wird das nur tun, wenn er tatsächlich für seine Arbeit einen Vorteil daraus zieht. Die Herkunft und Natur dieses Vorteils wird enorm unterschiedlich sein. Aus diesem Grund bin ich auch eher skeptisch, dass der 3. Ansatz (so schön strategisch und ganzheitlich er auch klingt:-) wirklich praktikabel ist. Ein Unternehmen ist als System so komplex - hier kausale Zusammenhänge zwischen E20 Ansätzen und grösseren Bausteinen in der Wertschöpfung zu finden wird schwer.
    Den Erfolg von Wissensarbeitern kann man eigentlich nur auf einer sehr hohen Ebene messen (Umsatz, Innovationen,...). Wie sie dahin kommen, ist sehr schwer zu zerlegen. Man gibt ihnen also Hilfsmittel und beobachtet, ob sie angenommen werden oder nicht (einfach zu messen). Wieviel ein einzelnes Hilfsmittel zum Gesamterfolg (10%mehr Innovationen) beiträgt, ist aus meiner Sicht kaum zu messen. Oder?

    Viele Grüsse

    Frank Wolf

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  6. Danke für die interessanten Ansätze!

    Lassen wir alle Controller-Herzen noch ein wenig höher schlagen und bringen unsere grauen Zellen zu neuen Erkenntnissen:

    Was ist Erfolg - für den Einzelnen und die Gesamtheit aller Mitwirkenden? - Da fängt es m. E. schon an, interessant zu werden, weil es dazu eines gemeinsamen Wertekanons bedarf. Hinzu kommen viele weitere Einflussfaktoren individueller Erfolgsansichten, die sich innerhalb der Gesamtorganisation ergänzen und teilweise auch widersprechen dürften.

    Um es kurz zu halten:

    Wirtschaftlicher Erfolg lässt sich an üblichen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen messen.

    Persönliche Erfolge lesen Sie an Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit ab.

    Physikalischer Erfolg zeichnet sich durch geringe Verluste zwischen Input und Output in Bezug auf den Informationsfluß zwischen der Organisation und deren Bezugsgruppen aus.

    ...und jetzt kommt es darauf an, wer was, bei wem, wie, zu welchem Zeitpunkt, mit welcher Intention messen möchte.

    Soweit mein Beitrag zur Komplexität... ;)

    Ich bin neugierig auf den weiteren Diskussionsverlauf!

    Mit besten Grüßen
    Guido Neumann

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  7. Hallo Herr Wolf,

    vielen Dank für Ihren Kommentar!

    Ich habe mich bisher bei meinen Fallstudien auch auf die ersten beiden Analysemethoden konzentriert. Als Betriebswirt würde ich jedoch grundsätzlich gerne den Nutzen von Informationsinfrastrukturen für Geschäftsbereiche ganzheitlich messbar machen. In Diskussionen mit Forschungskollegen und Praktikern geht es bei Enterprise 2.0 irgendwann immer um die Frage, den Nutzen zu konkretisieren. So habe ich festgestellt, dass Erkenntnisse wie "verbesserter Wissenstransfer", "vereinfachtes Netwerken", "einfacheres Finden von Ansprechpartnern", "verbesserter Informationsfluss", ... dann dann oft nicht mehr ausreichen (zB auf dem CIO Kongress im Herbst).
    Ich werde mich bemühen, gemeinsam mit meinem Kollegen Werner Schachner einen (ganzheitlicheren) Ansatz für Enterprise 2.0 und Erfolgsmessung zu erarbeiten.

    Viele Grüße
    Alexander Stocker

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  8. Sehr geehrter Herr Neumann,

    vielen Dank für Ihren Kommentar und danke auch für Ihre Anregungen aus der Controllerperspektive.

    Mir geht es gerade um die Verlinkung zwischen dem Erfolg der Informationsinfrastruktur zu Aspekten wie wirtschaftlicher Erfolg, persönlicher Erfolg, physikalischer Erfolg, ... Genau in diese Richtung möchte ich auch weiter forschen.

    Ich freue mich jedenfalls sehr, dass Sie Interesse an der Diskussion haben.

    Viele Grüße,
    Alexander Stocker

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  9. Hallo Herr Dr. Stocker,
    sehr interessanter Beitrag! Aus unseren Projekten kann ich folgendes beitragen: Enterprise 2.0 hat den größten Effekt auf die Projektarbeit. Effekte hierbei sind: Projekte laufen schneller, Budgetüberschreitungen werden kleiner und externe Beraterkosten sinken. Schwierig ist dabei der Vorher- / Nachher-Vergleich, da die verschiedenen Projekte schwer zu vergleichen sind.

    Zum Thema qualitativer Nutzen und Verbesserung der Kommunikation lässt sich sehr gut der Vernetzungsgrad im Unternehmen heranziehen und mit der 'Informiertheit' der Mitarbeiter korrelieren.

    Bin gespannt auf weitere Posts.

    Viele Grüße, Lutz Hirsch

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  10. Hallo Herr Hirsch,

    viele Dank für Ihren Kommentar.

    Schnellere Projekte, kleinere Budgetüberschreitungen und geringere externe Beraterkosten sowie den besseren Vernetzungsgrad nehme ich gerne auf.

    Viele Grüße aus Graz,
    Alexander Stocker

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  11. Hallo Alexander,

    sehr anregender Beitrag, herzlichen Dank für die Gedankenanstösse !

    Lass mich better late than never auch noch meinen Beitrag leisten.

    1. Als Unternehmensmodell bevorzuge ich Kaplan/Norton, also Strategy Map und Balanced Scorecard.

    Durch die Strategy Map wird eine klare strategische Ausrichtung des Vorhabens E 2.0-Einführung erreicht, und durch die BSC ist die kontinuierliche Erfolgsmessung sichergestellt.

    Ich habe diesen Weg bereits für andere Technologien verwendet, z.B. für Unified Communication bei einer grossen Versicherung, und es hat den Dialog mit dem Top Management sehr gut unterstützt.

    2. Als Change Manager stellen sich mir stets zwei Kernfragen:

    a) was will ich mit der Erfolgsmessung erreichen ?
    b) wieviel investieren wir in die Messung ?

    In der Regel gilt es am Anfang gute Argumente zu finden, um das Projekt zum Laufen zu bringen.

    Sprich, die dynamischen Kräfte im Unternehmen zu aktivieren und die beharrenden Kräfte im Unternehmen von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen.

    Dafür macht ein konsistenter strategischer Ansatz grossen Sinn.

    Wenn das Vorhaben läuft, ist es für's Finetuning der Zielausrichtung bzw. für die Inhalte einer Phase 2 wiederum sinnvoll, diese Betrachtung zu machen.

    Ich warne aber davor, allzuviel in explizite Messungen zu investieren, weil die Kosten-/Nutzen-Relation schwierig ist.

    Viele der Vorteile sind non-financial bzw. qualitativ und daher schwierig(er) messbar. Und im Unternehmen fehlen meist die Voraussetzungen, dazu Zahlenwerte zu bekommen.

    Bevor ich jetzt ein Zusatzprojekt starte und wertvolle Kräfte binde, um hier eine bessere Analyse zu erhalten, setze ich mich mit den Key Playern des Unternehmens zusammen und bitte sie um eine Bauch-Einschätzung. Verzeihung, es klingt besser wenn mann es Delphi-Methode nennt ... ;-)

    Letztendlich läuft es immer auf die berühmte unternehmerische Entscheidung hinaus, weil eben nicht alle Fakten der zu bewertenden Situation bekannt sind, trotz exzellentem Controlling.

    Liebe Grüsse,
    Reinhard Wilfinger

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  12. Hallo Reinhard, danke für Deinen Kommentar.
    Den Hinweis mit der Balanced Scorecard nehme ich gleich in meine weitere Forschung zu diesem Thema auf.
    Mit der Erfolgsmessung willst Du erreichen, dass Du (das Unternehmen) dich weiter verbesserst. Die Delphi-Methode ist ein gangbarer Weg. Sehr oft habe ich jedoch den Eindruck gewonnen, dass gerade ausgewählte Experten nicht immer auch die Nutzer der Lösungen sind. Eine reine Befragung der Experten zur Erfolgsmessung könnte daher ein verzerrtes Bild (zu positiv / zu negativ) bringen.

    Viele Grüßen vom Mariazeller Dialog,
    Alex

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  13. Hallo,

    ich schreibe gerade meine Masterarbeit zu dieser Thematik. Ich versuche für die unternehmensinterne Kommunikation eines großen Internetportals herauszufinden, wie hoch der Nutzen der gegebenen Enterprise 2.0 ist.

    Ist es wirklich sinnvoll die Ur-Balanced Scorecard auf diesen Bereich anzuwenden, ohne die Perspektiven anzupassen? Ich habe zwei interessante Abwandlungen der BSC gefunden aber bis auf ein paar Infos, die nicht sehr aussagekräftig sind, gibt es leider wenig zu diesem Thema:

    Social Business Scorecard:
    http://www.slideshare.net/theparallaxview/social-business-scorecard-6520355

    Corporate Communication Scorecard von Zerfrass

    Gibt es dazu schon neue Studien oder Fallbeispiele?

    Viele Grüße
    Patrick

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  14. Mir sind leider keine Studien bekannt, wo ein Unternehmen eine solche Methodik wirklich in der Praxis einsetzt.

    Die meisten begnügen sich mit der Erhebung einfacher Kennzahlen (zB Anzahl der Fans, Beiträge, Zugriffe...) welche schon per se messbar sind und führen (leider) keinen Abgleich mit Business Kennzahlen durch.

    P.S.: Auch bei der Ur-Balanced-Scorecard müssen sie die für Ihren Einsatzzweck relevanten Kennzahlen herausfiltern.

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