Sowohl in Deutschland, als auch im Graz, fanden noch am Freitag umfassende Mitarbeiterveranstaltungen statt, in welchen allen Mitarbeitern das weitere Vorgehen erläutert wurde. Soweit zu dieser äußerst unglücklichen Situation für alle Neckermann-Arbeitnehmer. Doch wie reagiert das Social Web darauf? Dort muss es nach dieser Meldung doch ziemlich Kritik hageln?
Nun, ein Hauptargument gegen die Einrichtung von Facebook-Seiten besteht für Unternehmen und vor allem aus Sicht der Managements immer in der Angst vor ungerechtfertigter Kritik, vor einem unkontrollierbarten Shit-Storm (zu Deutsch: eine Welle der Empörung) - und natürlich auch vor gerechter Kritik zu niemals perfekten Produkten und zum Service auf den eigenen Seiten. Was wäre nun "perfekter" für einen Shit-Storm, geeignet, als dieses unglückliche Ereignis mit all seinen seinen Konsequenzen?
So wollte ich dieses traurige Ereignis der geplanten Massenentlassungen nutzen und sichten, was auf den Facebook-Fanseiten von Neckermann.de (~22.000 Fans) und Neckermann.at (~3.000 Fans) darüber diskutiert und gesprochen wird - denn dort muss es doch gewaltig rauchen. Doch das Ergebnis ist sogar für mich völlig überraschend:
- Auf der FB-Seite der österreichischen Tochter gibt es dazu keinen einzigen Eintrag, weder von Kunden, noch von den Mitarbeitern, noch von Seiten des Unternehmens.
- Auf der FB-Seite der deutschen Konzernmutter finden sich zwar einzelne Einträge, doch der erwartete Shit-Storm ist deutlich ausgeblieben. Da habe ich in der Vergangenheit schon mehr Empörung zu viel geringeren Übeln gesehen!
Der restliche Teil der Kritik befasst sich mit der Änderung im Geschäftsmodell von Neckermann.de - und der damit verbundenen Reduktion des klassischen Versandhandels sowie der Neuausrichtung zu eCommerce - und den pros./cons. aus Sicht der Mitarbeiter.
Nichtsdestotrotz hätte die Empörung im Social Web nach Ansicht von 2.0-Kritikern weitaus größer ausfallen müssen - und sogar nach Ansicht von mir!
Ob nun Kommentare und Meinungen in großer Zahl von den Social Media Managern zensiert und gelöscht wurden kann ich nicht mit Sicherheit sagen (ich vermute jedoch nein). Aus der Durchsicht des FB-Activity Streams ist mir bewusst geworden, dass auf Kritik von Seiten der Social Media Manager bei Neckermann durchaus konstrutiv eingeangen und diese nicht ignoriert wird.
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| Quelle: Facebook-Seite von Neckermann.de http://www.facebook.com/neckermann |

Ich verlagere die Diskussion mal von Twitter hierher.
AntwortenLöschenIch denke, dass es verschiedene Faktoren gibt, die Einfluss auf den Shitstorm haben. Noch relativ unsortiert ein paar Gedanken.
1. Es trifft viele ungelernte Arbeiter. Ich denke,dass ähnlich wie bei der politischen Partizipation hier Unterschiede auch in der Neigung bestehen, an einem Shitstorm/Meinungsäußerung teilzunehmen.
2. Ist in dieser Hinsicht auch die Frage, wie organisiert der Widerstand gegen die Entscheidung rund um das Unternehmen schon ist. Shitstorm ist nicht immer ein reines Internetphänomen. Sollte sich der Widerstand hier erst einmal formieren, wird er sich sicherlich früher oder später auch über das Internet/Facebook kanalisieren.In der Anfangsphase wird Arbeitslosigkeit bzw. der Verlust des Arbeitsplatzes erst einmal als persönliches Schicksal begriffen. Dies könnte der Neigung, seinem Unmut Luft zu verschaffen, entgegenstehen.
3. Hat Kai Thrun richtig gesagt, dass es auch auf das Image ankommt. Wenn sich der Arbeitgeber Neckermann bisher gut gegenüber seinen Angestellten verhalten hat, warum sollen sie ihm dann einen "reinwürgen" wollen? Da kann es auch zu Verzögerungen kommen, bis aus der ersten Niedergeschlagenheit Wut wird.
Das sind nur ein paar Ideen, warum es (noch) nicht zu einem Shitstorm gekommen ist.
Vielen Dank für den Kommentar und die angeführten Argumente. Ich bin nun gespannt, ob es zu einem Shit-Storm kommt.
AntwortenLöschenad 1: Ich vermute, dass auch ungelernte Arbeiter Facebook nutzen - und vielleicht doch weniger Hemmschwellen haben, Kritik zu äußern.
ad 2: Gutes Argument.
ad 3: detto.
Viele Grüße, AS
Ich glaube nicht, dass es zu einem Shitstorm kommen wird da viele User doch sehr unzufrieden mit dem (Offline)-Service, Auswahl etc. von Neckermann sind und jetzt auf eine Besserug hoffen. Das Facebook-Team leistet aber sehr gute Arbeit. Interssant wird aber sein wie schnell Neckermann erkennt, dass ein gewisses Maß an Printanstoß für den Onlinehandel sehr wichtig ist. OTTO hat das ähnlich gemacht - zuerst fast alle Printleute raus dann mit der halben Mannschaft doppelt so viele Kataloge machen :-)
AntwortenLöschenHallo Alexander, danke für Deinen Kommentar.
AntwortenLöschenSoweit ich das als Außenstehender mitbekomme, reduziert man Print momentan in Richtung Grenzangebot=0.
Wenn mich dort jemand fragen würde (was aber keiner tut ;-) ), dann würde ich auch mehr Print machen (d.h. häufiger & dünner) und damit auf die Online-Angebote hinweisen. Ich vermute, dass sehr viele Kunden Print lesen und dann online bestellen. LG, Alex