17. Dezember 2012

Beitrag zur Blogparade Zukunft OnlinePR

Zwei Gründe sprechen für meinen Beitrag: Erstens veranstaltet Ed Wohlfahrt eine Blogparade zum Thema Online PR. Das alleine ist zwar noch nicht Grund genug, um gleich die Tastatur in die Hand zu nehmen. Doch zweitens bin ich heuer an der FH Joanneum in Graz gemeinsam mit Heinz Wittenbrink für die Lehrveranstaltung Social Media am Studiengang Journalismus und PR verantwortlich. Und vor diesem Hintergrund möchte ich gerne einen Beitrag zur Blogparade schreiben.

Bevor ich mit dem Beitrag starte, möchte ich beiläufig erwähnen, dass ich nicht aus dem PR-Bereich komme und auch keinen Kommunikationsbackground besitze. Nun gut, in meinem Studium der Betriebswirtschaftslehre hab ich schon das ein oder andere darüber gehört. Das de-klassifiziert mich jetzt bestimmt für viele. Dann bleibt mir nur mehr das berühmte "aber": Aber ich beschäftige mich nun doch schon seit vielen Jahren mit den Möglichkeiten von Web-basierter Software sowie dem Web zur Unterstützung von Kommunikation und Zusammenarbeit. Und dabei gibt es natürlich immer auch Überschneidungen mit der PR.

Viele Menschen wissen womöglich nicht einmal, was eine Online-PR Abteilung genau tut, noch nicht einmal, wie das Tagesgeschäft einer klassischen PR-Abteilung aussieht. Das schließt mich auch nicht immer aus. Nun gut, PRler schreiben sicherlich klassische Pressemitteilungen, führen vielleicht sogar Pressekonferenzen durch, organisieren eine Veranstaltung, lassen einen Zeitungsbeitrag mit dem Bild des Geschäftsführers in einer Tageszeitung veröffentlichen, halten engen Kontakt zu Journalisten - aber was passiert in PR wirklich? "Management des Informationsflusses von Organisationen mit der Öffentlichkeit" schreibt die englischsprachige Wikipedia-Seite. Sperrig - und vielseitig deutbar.

Als "Wissensmanagement-Forscher" ("kann man denn Wissen überhaupt managen?") frage ich mich sogleich, ob man heute den Informationsfluss wirklich noch managen kann (d.h. im Sinne von inhalts- und medienbestimmend), wo doch quasi jeder Mensch, jederzeit und an jedem Ort über das Web Informationen fließen lässt.

Für die OnlinePR sehe ich vielmehr die Herausforderung, eine Atmosphäre sowie Bedingungen zu schaffen, damit es zu einem für eine Organisation fruchtbaren Informationsfluss kommt. Das gilt sowohl für den internen Informationsfluss, als auch für den externen. An der FH Joanneum widme ich meine Zeit in der Lehrveranstaltung Social Media dem internen Informationsfluss. Denn gerade in der internen Kommunikation sehe ich heute noch viel zu stark die IT-Abteilung als die bestimmende Komponente - und viel zu wenig die Kommunikationsleute. Aus diesem Grund hapert es mit Social-Media-basierten Kommunikations- und Kooperationsformen. Das sind einfach keine IKT-, sondern Organisationsentwicklungsprojekte. Hier sollen kommunikative Menschen und Change-Manager am Werk sein, und die sehe ich - Ausnahmepersonen mögen es mir verzeihen - nicht in der IT!

Zusammengefasst wird die OnlinePR künftig weniger den Informationsfluss managen, sondern vielmehr die Menschen bestmöglich darin unterstützen, Informationen effizient und effektiv fließen zu lassen. PRler werden als interne, externe und intern/externe Community-Manager positiv auf Kollegen und Kunden einwirken - und diese zu einer aktiven und positiven Kommunikation über Unternehmensinhalte anregen.

1 Kommentar:

  1. ich kluab schön für: Als "Wissensmanagement-Forscher" ("kann man denn Wissen überhaupt managen?")

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